Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſchlecht ſelten ſeyn: aber gewiß, in der Einſam⸗ keit und Stille eines fromm gefuͤhrten Lebens, ſchließen junge weibliche Seelen, ehe traurige Erfahrungen ſie ſtumpf, mißtrauiſch und ge⸗ heimnißvoll machen, oft Buͤndniſſe, wie ſie nicht nur fuͤr dieſes, ſondern auch fuͤr jenes Leben taugen.

Angelika's Aeltern hatten in dem benach⸗ barten M. gewohnt; durch gewiſſe Verhaͤltniſſe mit der neuen Regierung ward aber der Vater vermocht, ſeine Aemter aufzugeben und mit ſeiner Gemalin ein großes Landgut in dem Paradieſe Schwabens, wo dies an die Schweiz grenzt, zu beziehen. Angelika, die ſchon fruͤ⸗ her im Kloſter geweſen und hier ſo gluͤcklich war; Angelika, mit deren Erziehung die Ael⸗ tern ſo vollkommen zufrieden ſeyn mußten, daß ſie Bedenken trugen, dieſe zu unterbrechen Angelika ſetzte es bittend durch, bei uns bleiben zu duͤrfen, bis ſich die Zeit nahete, wo ſie in die große Welt treten und das Gluͤck einer Familie gruͤnden koͤnne.

Dieſe Zeit kam nun: Angelika ſollte ſchon in einem Monat abreiſen. Dieſe Nachricht

y