Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
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verwirrende Ahnungen in meinem Gefuͤhl: mein ganzes Weſen ward verwandelt ich war verſchuͤchtert, ohne zu wiſſen wovon, be⸗ ſchaͤmt, ohne zu wiſſen wodurch, ſchwermuͤthig, ohne zu wiſſen woruͤber. Doch blieb mir der Aufenthalt bei den lieben Schweſtern theuer und werth; ja, ich wuͤrde ihn jetzt ſchwerlich verlaſſen haben, waͤre das auch in meine Macht gegeben worden.

Unter allen mir befreundeten Maͤdchen hatte ich von jeher meine Angelika ausgezeichnet. Ihr Geiſt, ihre Herzensguͤte, ihre Schoͤnheit und Heiterkeit hatten mich immer bezaubert, aber ihr vornehmer Stand und großes Ver⸗ moͤgen mich noch in gewiſſer Entfernung gehal⸗ ten, bis eben jetzt ich in ihr, ſie in mir, jene veraͤnderte Stimmung bemerkte, und wir, von gleicher Sehnſucht in Einer Minute einander naͤher gebracht, mit Thraͤnen der Freude, der Liebe, des Dankes, einen Bund der Freundſchaft ſchloſſen, den keine Macht der Erde, den kein Schickſal je zu trennen vermocht hat. Im Getriebe des gewoͤhnlichen Daſeyns ſoll innige und dauernde Freundſchaft unter meinem Ge⸗