Teil eines Werkes 
2. Bd. (1815)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

63

bens endet. Wie ich, in meinen wirklichen Umgebungen des Lebens, das Naturgeſetz finde und erkenne, welches mein Ich im Traume nur ahndete, ſo werde ich in jener Vernunft⸗ welt die moraliſche Weltordnung als nothwen⸗ diges Naturgeſetz jener Welt finden, welche ich hier nur ahnden, und im Glauben an etwas Heiligers als die Erſcheinungen mir zeigen, hoffen und wuͤnſchen konnte. Hier ſuche ich es, dort werde ich es finden. Aber ſo gewiß ich es finden werde, wenn ich es hier ſuche, ſo gewiß werde ich es auch ſelbſt nach geſchloſſenen Lebenstraume nicht finden, wenn ich es hier nicht mit Ernſt und Liebe, mit Eiſer und An⸗ dacht, mit ausdauernder Geduld und mit Glau⸗ ben ſuchte. Kann ich denn wohl, ſelbſt im ge⸗ woͤhnlichen Kreiſe meines Wirkens, etwas ſinden, deſſen Begriff mir fremd iſt, und zu deſſen Na⸗ tur ich mich nicht durch innern Trieb gezogen fuͤhle? Ich kann dem durchaus mir Fremden wol durch Zufall begegnen, aber mir ſelbſt iſt es darum nicht ein Gefundenes, ich werde es voruͤbergehn, wie das Nahrungſuchende Thier den kuͤnſtlich gebildeten Marmor, ich koͤnnte es