Teil eines Werkes 
2. Bd. (1815)
Entstehung
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Die Welt des wirklichen Lebens iſt alſo nicht, wie die Traumwelt, bloß eine Welt der Sinne, ſie befriedigt auch den Verſtand vollkommen. Allein ich ſelbſt finde mich durch die Beruhigung des Verſtandes noch nicht befriedigt. Wie mich im Traume die Geſetzloſigkeit der Erſcheinungs⸗ welt und die Willkuͤhr ihrer Erſcheinungen aͤng⸗ ſtete, ſo beunruhigt mich im Leben die Geſetzlo⸗ ſigkeit einer andern Welt, zu welcher ich mich als denkendes und wollendes Weſen erhaben fuͤh⸗ le. In mir wohnt ein Geſetz, welches ich als Geſetz des Wollens und Handelns anerkenne, aber in der Welt des Wollens, die mich um⸗ giebt, entſpricht nichts dieſem Geſetz mit Noth⸗ wendigkeit. Die Willkuͤhr herrſcht, und ſelbſt die Naturordnung ſcheint mit jener hoͤhern Welt⸗ ordnung, deren Geſetz ich in mir fuͤhle, in ewi⸗ gem Streit. Die phyſiſche Kraft giebt den Aus⸗ ſchlag auf der Wage des Schickſals uͤber das Recht, die Beſtrebungen vieler Geſchlechter erlie⸗ gen der gewaltſamen Erſchuͤtterung eines Augen⸗ blicks: die Thaͤtigkeit der Redlichgeſinnten ſchei⸗ tert an der traͤgen Starrheit des Egoismus: Raͤnke untergraben das Gebaͤude der Rechtlich⸗