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Goͤttin forderte Maͤdchen und Juͤnglinge auf, das goͤttliche Geſchenk der Schoͤnheit der verlan⸗ genden Bewundrung nicht zu entziehn. Die Goͤttin vergaß in der Liebe des Helden ihre Majeſtaͤt und den Heroen ſchreckte nicht ſtumme Verehrung in anbetendes Staunen zuruͤck, wenn die ambroſiſchen Arme ihn umſingen. Anders war es in der romantiſchen Zeit. Die Enthal⸗ tung, ein voruͤbergehender Gebrauch bei den heiligen Einweihungen der klaſſiſchen Zeit, ſchien dem ganzen Leben jene momentane Heiligkeit mitzutheilen, wenn ſie ſelbſt ſich uͤber das ganze Leben verbreitete. Die Meinung ging aus der kirchlichen Strenge in die Sitte des Lebens uͤber, und die Liebe mußte ſich hinter die Aegide des Sacramentes fluͤchten, um vor jener Strenge zu beſtehn. Verſchwunden war nun die Frei⸗ heit in der Liebe. Statt des Genuſſes erſchien Sehnſucht, die Pfoͤrtnerin der idealen Welt. Den Mann trieb das Geſchaͤft der Waffen in das freiere Leben; er ſtrebte nach Wuͤrdigkeit des Beſitzes, wenn ihm dieſer ſelbſt verſagt blieb. Die Jungfrau, von der Sitte ſtrenge bewacht, lernte ihre Liebe als koſtbares Kleinod


