Teil eines Werkes 
2. Bd. (1815)
Entstehung
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Wird aber das Erhabene nicht entwuͤrdigt, wenn es dieſe Anſicht eben ſo fern von dem Schöͤnen ſtellt, als das Angenehme? Soll das Hoͤchſte, was den Menſchen zu den Goͤttern erhebt, gleichen Rang haben, mit dem, was ihn mit vernunftloſen Geſchoͤpfen in dieſelbe Klaſſe ſetzt? Soll nicht vielmehr der Menſch, der ſich vom Angenehmen zu dem Schoͤnen erhoben hat, nun weiter hinaufſteigen zu dem Erhabenen, als der hoͤchſten Stufe ſeiner aͤſthe⸗ tiſchen Bildung?

Wodurch iſt ein Gegenſtand erhaben? Iſt es nicht blos dadurch, daß er mit imponiren⸗ der Gewalt der ſinnlichen Natur ihre Schran⸗ ken zeigt und in dem Menſchen das Bewußt⸗ ſeyn einer hoͤhern, uͤberſinnlichen Natur weckt, die keiner endlichen Macht erliegt, weil ſie goͤtt⸗ licher Natur iſt, und keiner unendlichen, weil ſie ſelbſt mit dem Unendlichen Eins iſt? Das Erhabene ſetzt daher allezeit voraus, ein Unter⸗ liegen der ſinnlichen Natur entweder vor einer ſtaͤrkern Naturkraft, bei ſinnlich erhabenen Ge⸗ genſtaͤnden, oder vor einer uͤbernatuͤrlichen Macht, bei dem Ueberſinnlich⸗ Erhabenen. Es