Teil eines Werkes 
2. Bd. (1815)
Entstehung
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benen und Angenehmen zu finden ſeyn. Voll⸗ endet muß dieſe Vereinigung ſeyn, gleichſam eine Durchdringung, welche die Elemente einzeln der Wahrnehmung entzieht und blos das Pro⸗ dukt ihrer Vereinigung der Anſchauung laͤßt. So ſehn wir die Farbenſtralen des Prisma ſich im Durchgange durch ein Vereinigungsglas zu farbloſem, weiſſem Licht verbinden: ſie ſelbſt ſind der Wahrnehmung entzogen; ihr Produkt nur, das Abbild ihres urſpruͤnglich vereinten Zuſtan⸗ des, ſteht vor der Anſchauung. Denkt man ſich die Schoͤnheit, das Ideal, als das Abbild der ewigen Ideen, ſo findet das erlaͤuternde Gleichniß eine volle Anwendung.

Allein, wie das Licht in dem Dunſtkreiſe der Erde nicht in ungetruͤbter, farbloſer Rein⸗ heit erſcheint, ſo auch die Schoͤnheit. Die Elemente uͤben ihre Kraft und draͤngen ihr end⸗ liches Weſen der Erſcheinung des Unendlichen auf. So ſchwankt das Leben, bald verſiegend, bald verſtroͤmend, einem doppelten Tode zu; ſo ſchwankt auch die Schoͤnheit mehr oder weniger auf die Seite des Angenehmen oder des Erha⸗ benen, in deren beiden Extremen endlich ihr