Teil eines Werkes 
2. Bd. (1815)
Entstehung
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ſchoͤn gilt, auch von andern ſchoͤn genannt ver⸗ langt: ſo fordert er ein allgemeines Einver⸗ ſtaͤndniß uͤber die Natur des Schoͤnen, das weder Zeit, noch Verſchiedenheit der Anſicht veraͤndern kann. Der ſchoͤne Gegenſtand, wie eben im Vor⸗ beigehn erinnert worden, gefaͤllt dem Sinn, zugleich aber erhebt er den Geiſt. Bemerkt man, daß,(von derſelben Stufe der Betrach⸗ tung angeſehn) der Sinn ein empfangendes, der Geiſt hingegen ein handelndes Vermoͤgen unſres Gemuͤths bezeichnet: ſo erkennt man die Eigenſchaft des Schoͤnen, das ganze Gemuͤth, von Seiten ſeiner Empfaͤnglichkeit und Selbſt⸗ thaͤtigkeit zugleich, zu bewegen. Dieſe allfeitige Bewegung iſt die hohe, goͤttliche Ruhe, von welcher die Begeiſterten durch den Genuß der Schoͤnheit mit Andacht und heiligem Entzuͤk⸗ ken ſprechen denn Ruhe iſt nicht allein vor der Wirkſamkeit der Kraͤfte, ſie geht auch leben⸗ dig aus ihrer gleichen Wirkſamkeit durch lie⸗ bende Vereinigung hervor. Das Ideal der Schoͤnheit wird alſo in der wirklichen, vollendeten Vereinigung des Erha⸗