Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Leute würden Eva ſo nennen, und zwar mit vollem Rechte, Victors Ehe konnte nicht verſchwiegen bleiben, und auf ſeine Mutter fiel die Schmach derſelben zurück; ſo ur⸗ theilte wenigſtens die Fürſtin in bitterſtem Grolle.

In der erſten Aufwallung ſchrieb ſie einen ſehr hef⸗ tigen Brief an ihren Sohn, zu dem ſie beſonders der Spott Graf Stephans aufreizte; Victor beantwortete dieſen Brief garnicht.

Graf Stephan konnte Nichts gelegener kommen wie dieſe Mesalliance ſeines Schwagers; allen ſeinen Bekannten hatte er nie ein Hehl daraus gemacht, daß er mit Victor in keiner Weiſe ſympathiſire, und ſo konnte er auch jetzt die bitterſten Urtheile über ihn fällen und ihn der Lächer⸗ lichkeit preisgeben; bei der Fürſtin glaubte er aber durch dieſes neue unheilbare Zerwürfniß mit ihrem Sohne für ſich ſelbſt viel gewonnen zu haben, und ſo war es auch in der That. Jetzt konnte, ſeiner Meinung nach, wohl keine Rede mehr davon ſein, daß ſie ihren Kindern jemals wieder näher trat, und er durfte ſich verſichert halten, der⸗ einſt ihr Univerſalerbe zu werden, nur bedachte er nicht, daß, wenn er in der Verwaltung ihres Vermögens ſo fortführe, wie bisher, die gehoffte Erbſchaft ſich wohl ſchließlich auf Null reduziren würde.