Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
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und mütterlichen Segen in Anſpruch zu nehmen, nur ganz förmlich ſeine Verheirathung anzeigte und ſeine bereits in der Ausführung begriffenen Pläne mittheilte, war ſie vor⸗ erſt vor Aerger und Zorn halb außer ſich geweſen. Daß Victor nach Braſilien ging, vielleicht auf Niemehrwiederſehn, war ihr im Grunde gleichgiltig, jetzt, wo ſich die ſchlimme Mißheirath nicht wieder rückgängig machen ließ, ſogar er⸗ wünſcht, ſie glaubte ſich nun auch berechtigt, vollſtändig mit ihm zu brechen; aber was eben dieſe Heirath anbe⸗ traf, ſo fühlte ſie ſich in doppelter Beziehung dadurch tief verletzt.

Jemehr ſie ihre eigene Schuld fühlte und nach einer Rechtfertigung vor ſich ſelbſt verlangte, deſto übler mußte oder wollte vielmehr ſie es aufnehmen, daß Victor ihr die kindliche Achtung verſagte, und wie ſollte ſich übrigens der ungemeſſene Stolz dieſer herzloſen Frau nicht dagegen empören, in ſo nahe verwandtſchaftliche Beziehungen zu einem Mädchen gedrängt worden zu ſein, das ſie nach Namen, Familie und bisheriger Lebensſtellung kaum für würdig befunden hätte, ihre Kammerzofe zu werden! Dieſe Ehe nie ausdrücklich anzuerkennen, war ſie entſchloſſen, nie wollte ſie Eva, der nunmehrigen Gräfin Horneck, den Namen Tochter geben, aber was half ihr das? Alle

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