zogen, ſelbſt am kaiſerlichen Hofe ſchien die Fürſtin in Ungnade gefallen zu ſein; dazu kam noch, daß der Graf beargwohnt wurde, während des ungariſchen Aufſtandes, wenn auch nur indirekt, mit demſelben in gewiſſer Ver⸗ bindung geſtanden zu haben.
Die Alles bewirkte indeſſen nicht, daß die Beiden in eine ſtille Zurückgezogenheit traten; als ſie die Scham über jene ärgerlichen Vorkommniſſe überwunden und die politiſchen Zeitverhältniſſe ſich wieder ruhiger geſtaltet hatten, füllte ſich das fürſtliche Haus wieder mit Gäſten, einer jetzt noch weniger wie früher gewählten Geſellſchaft. Der Fürſtin ſchien Alles daran zu liegen, daß ſie ſich wieder mit großem Glanze umgeben konnte, und ſie nahm es dabei nicht ſo genau mit dem Charakter Derjenigen, die ihr als Folie dienen ſollten; die Zahl ſchien den Werth erſetzen zu ſollen.
Es waren meiſtentheils liederliche junge Kavaliere und ſich nicht des allerbeſten Rufes erfreuende Damen und Familien, welche jetzt der Ehre einer Einladung genoſſen und auf dem Schloſſe ſchwelgten, und die ſtolze Frau ließ ſich ſogar herab, auch eine Vertretung des bürgerlichen Elementes zuzulaſſen. Sie und Graf Bielinski waren ſogar unverſchämt genug geweſen, in der Kaiſerſtadt wieder
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