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Am Nachmittag fuhren Egmont und Marie, von der alten Franke begleitet, die bisher noch Niemand im Schloſſe erkannt hatte, nach der Oberförſterei Theißen's. Als ſie ſich dem Hauſe näherten, ſtand Wilm vor demſelben und blickte düſteren Blickes vor ſich hin; ſein Auge heiterte ſich 1 erſt auf, als er die Kommenden erkannte, aber er ſtutzte auch ſichtlich, als er die alte Frau im Wagen bemerkte, und das ſchnell in ſeinem Geſichte wechſelnde Mienenſpiel ſagte, daß er in derſelben ſeine Mutter vermuthe.
„Das iſt Euer Sohn, Marie Franke,“ ſagte Marie mit innig gerührter Stimme, auf den ſchlanken Jüngling deutend, als ſie ſich dem Hauſe ſchon ſehr nahe befanden.
Die Alte wurde bald bleich bald roth, als ſie, ſich ungeſtüm umwendend, auf Wilm blickte, dann ſtürzten die Thränen aus ihren Augen, während ihre Bruſt ſich krampf⸗ haft hob, und nur mit Mühe konnte Egmont ſie abhalten, ſich aus dem Wagen zu ſtürzen, ehe derſelbe noch vor dem Förſterhauſe hielt.
Wilm's Ahnung war durch die augenſcheinliche leb⸗ hafte Bewegung der alten Frau zur Ueberzeugung gewor⸗ den, er eilte an den Wagenſchlag, und kaum konnte Marie, die er einen Moment fragend anblickte, ſagen:„Wilm, hier iſt Deine Mutter,“— ſo lagen ſich Mutter und Sohn bereits in den Armen und hatten die ganze Welt um ſich vergeſſen.


