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ihres Sohnes durch Förmlichkeiten zu feiern. Sie hatte ſich in letzter Zeit, durch Marien's Leiden gerührt und von deren inniger Liebe zu Egmont überzeugt, vollſtändig mit ihr ausgeſöhnt und konnte ihr dieſes Mal wirklich mit Herzlichkeit entgegen kommen.
Frau Martha war den ganzen Tag fortwährend zwi⸗ ſchen Lachen und Weinen getheilt, während ſie die wirth⸗ ſchaftlichen Angelegenheiten im Schloſſe ordnete, welche ihr die Gräfin Eleonore auf ihre Bitte überlaſſen hatte; tau⸗ ſend Mal unterbrach ſie ſich in ihnen, indem ſie an das Fenſter eilte, ungeduldig auf den Weg zu blicken, ob die Erwarteten noch nicht kämen. Wilm endlich hatte ſein eigenes Leid auch faſt vor Freude vergeſſen, obgleich ſein Entſchluß noch immer feſt ſtand, in die Welt hinaus zu ziehen, um ſeine Mutter oder deren Grab zu ſuchen.
Endlich verkündete vom Dorfe her lauter Jubel den Einzug der jungen Herrſchaft, und bald darauf erblickte man ſie in ihrem Reiſewagen auch vom Schloſſe aus; bei ihnen ſaß Doctor Mittermann, und den Wagen umſchwärmten laute Glückwünſche rufende Kinder und Erwachſene aus den umliegenden Dorfſchaften, denen ſowohl Egmont als Marie mit heiteren und freudeſtrahlenden Blicken dank⸗ ten. Auf Beide machte dieſe herzliche Theilnahme einen überaus wohlthätigen Eindruck, und ſie wiederholten ſich, daß ſie fortan ihr Glück nirgends anders ſuchen


