Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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vorzüglich war es wohl des letzteren Vorſtellung, man könne auf geſetzlichem Wege nichts oder nur wenig errei⸗ chen, auf öffentlichem aber decke man ſelbſt Familien⸗ verhältniſſe der ganzen hämiſchen Welt auf, die jetzt nur Einzelne zu durchſchauen vermöchten, was Egmont bewog, von ſeinen Plänen abzuſtehen.

Dennoch aber ſoll ſie wenigſtens erfahren, daß und wie wir ſie durchſchaut haben, meinte der Doctor ſchließ⸗ lich,und wenn Sie, Frau Gräfin, nichts dagegen haben, was ich nicht hoffe, ſo beabſichtige ich, nach unſerer Rückkehr auf Breitenſee der Familie von Gilgenbruck einen Beſuch abzuſtatten und dem Fräulein nöthigenfalls auch in Gegenwart ihrer Eltern, wenn ich ſie nicht allein ſprechen kann, tüchtig die Leviten zu leſen. Vertrauen Sie mir nur, Herr Graf, daß ich ſie nicht ſchonen werde, und glauben Sie mir, die offene Verachtung eines einzigen Menſchen, wenn man denſelben für einen Ehrenmann halten muß, wie das Fräulein von mir wohl keinen anderen Grund zu urtheilen hat, kränkt tief oder iſt vielmehr ſchon eine harte Strafe, ſollte man dies auch vor ſich ſelbſt ver⸗ leugnen wollen.

Der Graf und ſeine Gattin gaben dem Doctor ihre Zuſtimmung zu ſeinem Vorhaben.

Man konnte jetzt an die baldige Rückkehr nach Breitenſee denken und ſchickte die Benachrichtigung davon