Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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N

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Du habeſt Dich im Zorne von mir gewendet, ungerechte

ſchmähliche Beſchuldigungen auf mich gehäuft, und

Aber mein Gott, es war ja kein Traum, es war ja ent⸗ ſetzliche Wirklichkeit, unterbrach ſie ſich plötzlich, angſtvoll fragend in Egmont's Geſicht blickend.

Es lag viel Böſes zwiſchen uns, meine einzig ge⸗ liebte Marie, aber alle die dunkeln Wolken ſind ver⸗ ſchwunden, entgegnete Egmont mit freudigem Blicke; Du liegſt jetzt wieder an meinem Herzen, das in bitterer Täuſchung befangen war und, gleich Dir, ſchmerzlich dar⸗ unter gelitten hat; laß uns die Vergangenheit vergeſſen und nur an das Glück der Gegenwart denken. Laß es Dir genügen, daß jetzt Alles wieder gut iſt und daß ich aus dem reuevollſten Herzen um Vergebung bitte, Dich, reinen Engel, jemals verkannt zu haben..

Marie lächelte halb wehmüthig, halb freudig; ſie ſchien noch ihre Erinnerungen zu ſammeln, doch legte ſie ihren weißen Arm um Egmont's Nacken und zog ihn näher an ſich heran.

Du bedarfſt noch der äußerſten Ruhe, liebe Marie, der Doctor will es ausdrücklich ſo haben, denn Du biſt ſehr krank geweſen, jetzt aber iſt die Gefahr vorüber, wenn Du Mittermann's Anordnungen nur gehorſame Folge leiſteſt, meinte Graf Egmont in zärtlichem Tone. Ich bitte Dich von Herzen, gieb Dich nicht den quälenden