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der Kranken auf das Höchſte geſtiegen, und jeden Augen⸗ blick mußte man fürchten, ſie werde ihm unterliegen und den Geiſt aufgeben. Egmont ſaß an ihrem Bette und hielt ihre Hand, ſich den Schweiß der Angſt von der kalten Stirn wiſchend; alle Hoffnung war ihm geſchwunden, denn er hatte wohl bemerkt, wie Mittermann und ſein Kollege heimlich die Köpfe ſchüttelten und lebhaft flüſterten, erſterer ſich dann auch eine Thräne aus dem Auge wiſchte; des Grafen Schmerz war aber ſo tief, daß er kein Wort der Klage mehr finden konnte.
Plötzlich richtete ſich Marie im Bette hoch auf; ihre wild glühenden Augen ſtarr auf einen Punkt vor ſich ge⸗ heftet, die Hände krampfhaft auf die Bruſt gepreßt, ſtieß ſie einen entſetzlichen Schmerzensſchrei aus und ſank dann kraftlos in ihre Kiſſen zurück.
„Sie ſtirbt, Doctor,— um Gotteswillen, retten Sie!“ rief Egmont entſetzt, und ſich über die Kranke wer⸗ fend, ſuchte er ſie mit ſeinen Küſſen wieder zu erwecken, aber Mittermann zog ihn heftig zurück und flüſterte:
„Laſſen Sie ſie ruhen, Graf, wenn Ihnen ihr Leben lieb iſt;— das iſt die Entſcheidung.“
Der Graf gehorchte. Eine Viertelſtunde der peini⸗ gendſten Angſt folgte, denn Marie röchelte gleich einer Sterbenden; dann aber wurde ſie ruhiger, die weit offenen Nigien ihioſen ſich, und einen Augenblick ſpäter folgte ein


