Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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ſie mehr fürchteten, als ſie ausſprachen, und in der That war es ſo.

Die Aerzte fürchteten ſelbſt für ſeine Geſundheit, da er, ſtets um Marie beſchäftigt, ſeinem eigenen Körper nicht die geringſte Ruhe gönnte, aber vergeblich waren ihre Vorſtellungen und Gebote; Egmont dachte nicht mehr an

ſich und fühlte die Kraft, jeder Anſtrengung zu trotzen, ſo

lange ſeiner Gattin Schickſal nicht entſchieden war. Mittermann ſchrieb traurige Briefe nach Breitenſee an Gräfin Eleonore und an Marien's Eltern; er bereitete

ſie auf den ſchlimmſten Ausgang vor, aber beſtand dennoch

darauf, daß ſie nicht nach der Hauptſtadt eilten, wo ihre Anweſenheit von keinem Nutzen war und nur noch mehr Aufregung und Störung hervorgebracht haben würde. An Stelle der Freude in der Förſterwohnung und im Schloſſe trat wieder eine düſtere Stille, und man nahm unter Thrä⸗ nen oder Seufzen die Kränze wieder herunter, mit denen man die Räume zum Empfange der wieder vereinigten Gatten ſchon geſchmückt hatte. Couriere gingen fortwäh⸗ rend zwiſchen der Hauptſtadt und Breitenſee, täglich Be⸗ richt über Marien's Befinden an Gräfin Eleonore zu erſtatten.

Die bang erwartete und doch erſehnte Kriſis, weil die Ungewißheit eben ſo ſchrecklich war als die ſchrecklichſte Gewißheit, war endlich eingetreten, der Fieberparoxismus