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Anderes in der Gräfin Benehmen zu ſehen, als Güte und anerkennenswerthe Herablaſſung. Egmont war offen und herzlich gegen ſeine Schwieger⸗ eltern, er dachte an dieſem Tage des Glückes am aller⸗ wenigſten daran, daß ſie vor Kurzem noch weit unter ihm geſtanden hatten; die alten Leute konnten ſelbſt nicht be⸗ greifen, wie ſie ihm plötzlich ſo nahe gerückt waren, daß ſie gar keine ehrfurchtsvolle Scheu mehr vor ihm fühlten, der beſte Beweis, daß Egmont den richtigen Ton gegen ſie
gefunden hatte.
Auch nach der Trauung war Gräfin Eleonore ſo liebevoll und zuvorkommend gegen Marie geweſen, daß dieſe ihr in der Herzensfreude über dieſes ſie überraſchende Benehmen ſchon lange die grauſame Behandlung im För⸗ ſterhauſe verziehen hatte; ſie fühlte den Muth, Jener mit kindlicher Liebe zu nahen, und als Beide ſich nach der Rückkehr aus der Kirche in Marien's Zimmer allein zu⸗ ſammenfanden, war ſie vor dem Seſſel, auf dem ſich die Gräfin niedergelaſſen hatte, auf die Knie geſunken, hatte ihre Hand an die Lippen gezogen, ſie mit ihren bezaubern⸗ den Augen bittend angeblickt und geſagt:
„Darf ich Sie denn jetzt auch„Mutter“ nennen, ohne daß es Sie verletzt?“— Ddie Gräfin beugte ſich gerührt zu ihr nieder, drückte einen Kuß auf ihre Stirn und erwiederte:


