Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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urtheilsfreien jungen Grafen nicht zufrieden; die Uebrigen prieſen ihn hoch, eine Gattin aus ihrer Mitte gewählt zu haben, und ſie wußten jetzt nur Gutes und Liebes von der ſchönen Marie Theißen zu erzählen, die man faſt ohne Ausnahme vor Kurzem noch geſchmäht hatte; jetzt lag die Sache aber anders, Marie war ihres Verhältniſſes zu dem jungen Grafen wegen gerechtfertigt, und vor Allem war ſie jetzt die gnädige Gräſin, von deren früher all⸗ gemein bekannten mildem Sinne man jetzt viele Vortheile erwartete.

Das für Alle bereitete Feſtmahl verſöhnte auch Die⸗ jenigen, die ſich zuerſt eines Tadels nicht enthalten konnten, und bis ſpät in die Nacht hinein ſchallten die Lebehochs auf die jungen Gatten. 4

Im Geſellſchaftszimmer auf dem Schloſſe ſaß in⸗ deſſen die kleine Hochzeitsgeſellſchaft zuſammen bei der Abendmahlzeit.

Gräfin Eleonore hatte heute Alles gethan, was ſie leiſten konnte, denn es hatte ſie keine geringe Ueberwindung gekoſtet, ſich mit dem alten Theißen und ſeiner Frau auf eine Stufe geſtellt zu ſehen; dennoch hatte ſie ſich in die Nothwendigkeit gefügt und eine Herablaſſung und Freund⸗ lichkeit an den Tag gelegt, die ihrem ſtolzen Weſen eigent⸗

lich fremd war; Egmont erkannte dies mit dem dankbarſten

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