Gräfin. Egmont blickte ihr ruhig lächelnd nach, denn er glaubte noch immer nicht an eine tiefe Leidenſchaft des Mädchens für ihn, dann aber wurde er ernſt und ſein Ge⸗ ſicht nahm einen harten, feſten Ausdruck an, denn er er⸗ wartete den Sturm, der auf ihn losbrechen würde, wenn Jda, wie er nicht zweifelte, ſeine Mutter von der eben ſtattgefundenen Unterredung in Kenntniß ſetzte.
Er hatte ſich nicht geirrt; wenige Minuten ſpäter trat die Gräfin, die ihn abſichtlich mit Ida allein gelaſſen hatte, heftig aufgeregt in das Zimmer. 4
„Was iſt hier vorgefallen, Egmont?“ fragte ſie
haſtig,—„Ida iſt außer ſich, ſchwimmt in Thränen und
will ſofort das Schloß verlaſſen.“
„Ich weiß wirklich nicht, welchen Grund ſie dazu haben könnte, liebe Mutter,“ erwiederte Egmont mit leiſem Spotte,—„ich habe ſie einige Minuten früher als Dich in mein Herz blicken laſſen, aber ich begreife nicht, daß ihr dies Thränen entlocken kann, wenigſtens hätte ich höchſtens auf Unmuth gerechnet.“
„ Du haſt Dir einen grauſamen Scherz mit ihr er⸗ laubt, Egmont,“ ſagte die Gräfin verdrießlich,—„und ich
muß dies um ſo mehr mißbilligen, als Du wiſſen könnteſt,
weelches Intereſſe ſie an Dir nimmt.“) „Weil ich dieſes vorausſetzte, war ich eben offen ge⸗
gen ſie, Mutter,“ meinte der Graf;—„übrigens war von
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