Feſſeln
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daß ich alt und verſtändig genug bin, daran zu denken und mir nach eigener Herzenswahl eine Gattin zu ſuchen?“ „Ich bin überzeugt, Du ſcherzeſt,“ ſagte Ida, denn gerade Egmont's ungewöhnliche Offenheit täuſchte ſie,— naber Du ſollteſt bedenken, daß Du Deiner Würde ſchon zu nahe trittſt, wenn Du auch nur im Scherz Deinen Namen mit dem jenes Mädch in ſolche Verbindung bringſt.“ „Wenn das Dein Ernſt iſt, ſo werden wir vermuth⸗ lich ſchlechte Nachbarſchaft halten,“ ſagte Egmont wieder mit ſeinem kalten Lächeln,—„und das ſollte mir leid thun, da unſere Familien ſtets in ſo befreundeten Verhältniſſen
gelebt haben. Zweifelſt Du übrigens, wie es noch immer
ſcheint, an dem Ernſte meiner Worte, ſo wird Dich der Doctor Mittermann davon überzeugen und meine Mutter, mit der ich eben jetzt zu ſprechen gedenke.“
„Egmont?“ rief Ida entſetzt,—„Du wärſt wirklich im Stande— 2
„Der Stimme meines Herzens zu folgen?“ ergänzte der Graf;—„ſicherlich, liebe Ida, Du wirſt es ſehen.“
Ida'’s zitternden Händen entſank die Zeitung, aus der ſie eben vorgeleſen hatte; ſie zweifelte nicht mehr, aber ihr Gefühl war ſo heftig erregt, daß ſie ihm nicht länger auferlegen konnte, ſo ſchnell ſich die Liebe in ihrem rauch in Haß und Verachtung gekehrt hatte; ſich un⸗ erhebend, verließ ſie das Zimmer und r.
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