rathen, und ich muß geſtehen, daß ich Ihnen keinen Vor⸗ wurf deshalb machen kann, denn ich fühle meine Schuld an ihr, ſie und ihren Ruf in Gefahr geſetzt zu haben. Sie werden mir beiſtimmen, daß es Zeit iſt, dieſen Fehler wieder gut zu machen. Als Sie mir damals in wohl⸗ meinender Abſicht die Geſchichte Marie Franke's und meines Vaters erzählten, waren Sie, wie noch jetzt, der Anſicht, ich folge nur einer leichtſinnigen Laune, die das Glück eines Herzens auf das gefährlichſte Spiel ſetzte, aber ſie thaten mir Unrecht; ich bin, wie ich es ſchon lange geweſen, feſt entſchloſſen, Marie Theißen zu heirathen und vor aller Welt als meine Gattin anzuerkennen.“
„Sie wollen dieſen Kampf mit den Vorurtheilen der Welt wirklich wagen, Herr Graf?“ rief der Doctor, halb erſtaunt, halb erfreut;—„und Sie haben die ſtrengen Anſichten Ihrer Frau Mutter in Erwägung gezogen und ſind entſchloſſen, ihnen zu trotzen?“
„Ich erwarte, daß mir Alles das, was Sie eben nennen, in den Weg treten wird, um mich zu hindern,“ erwiederte Graf Egmont feſt;—„dennoch werde ich thun, was mir mein Herz und die Ehre gebieten. Sie ſelbſt, lieber Doctor, ſind nicht ſo engherzig, den allgemeinen Vorurtheilen beizuſtimmen, und gleich Ihnen werden ſich noch manche verſtändige und edle Leute finden, die meinen Entſchluß billigen; ſollte dies aber nicht der Fall ſein, ſo
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