Stimme in der Menſchenbruſt, die durch den betäubendſten Lärm der wilden Leidenſchaft hindurch dringt und deren
Mahnung auch an des verhärtetſten Böſewichts Herz klopft und ſie redete in dieſem entſcheidenden Augenblicke auch zu
Franz; das Wort„Mörder“, auch von dem eigenen ſtrafen⸗ den Gewiſſen im Geheimen geſprochen, durchzuckte alle Nerven mit bangem Entſetzen, und ſelbſt der ſtarke Jäger bebte davor zurück. Er warf die Büchſe wieder vollends über die Schulter und ſchritt mit einem leiſen Fluche weiter.
„Guten Abend, Franz!“ rief Wilm munter, als er dem Jäger nahe genug gekommen war, um ihn zu erken⸗ nen, und reichte ihm freundlich die Hand; er konnte in der Finſterniß nicht den Kampf der böſen Leidenſchaften auf des Andern Geſicht erkennen.„Du kommſt wohl eben erſt von unſerem Hauſe? Nun, ſprich doch, alter Freund!“
„Ich bin wias mehr Dein Freund und Du biſt der meinige nie geweſen,“ erwiederte Franz barſch. 1
„Biſt Du nicht recht klug, Franz, oder wie ſoll ich 3 mir Deine Worte erklären?“ fragte Wilm halb erſtaunt, halb beleidigt. 5
„Frage Dein Gewiſſen, ob es recht i*ſt, einem Mäd⸗
chen nachzulaufen, das bald die Gattin eines Andern ſein
wird, zumal wenn Du letzteren Deinen Freund nennſt?““ entgegnete Franz mit immer ſteigender Heftigkeit. „Ich glaube, der alte Theißen iſt mondſüchtig ger


