aber ſie mußte auch bitter darunter gelitten haben und noch leiden, wie das leiſe, kaum merkbare Beben ihres ganzen Körpers verrieth.
Franz hielt es auch nicht für nöthig, ſeinen eben ſtatt⸗ gefundenen Wortwechſel mit Marien ihrem Vater mitzu⸗ theilen, denn er hatte ſich vorgenommen, mit Wilm ſelbſt zu ſprechen, ſobald ſeine Verlobung erfolgt ſei und er ſich dadurch ein Recht auf das Mädchen erworben habe.
Der übrige Theil des Abends verging ohne jeden beſondern Vorfall, nur war die Stimmung allgemein ge⸗ drückter, wozu Marien's und Franzen's Weſen Veranlaſ⸗ ſung gab, obgleich man den Grund deſſelben nicht errieth. Als es ſchon ſtark dunkelte, ſchied Franz, von ſeiner beſtimm⸗ ten Braut und deren Mutter kalt begrüßt, während der alte Theißen ihm mit verſtohlenen Lächeln zuflüſterte, guten Muthes zu ſein.
Franz ſchritt, finſter vor ſich hinblickend, durch den dunkeln Wald dem Gute Breitenſee zu, wo er auf dem gräflichen Schloſſe wohnte. Geſpenſtiſch ſäuſelten die hohen Baumkronen im Nachtwinde, hin und wieder tönte der gellende Schrei einer Nachteule weithin durch den Wald, und am Himmel zogen ſchwere dunle Wolken; der Wald war unheimlich zu dieſer ſpäten Stunde, aber noch unheim⸗ licher war es in dem Herzen des Jägers, denn die durch Ma⸗ rien's Abweiſung verletzte Eitelkeit, der Neid gegen Wilm, den


