Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Das Mädchen erbleichte plötzlich, und einen Augen⸗

blick fühlte ſie ſich dem Umſinken nahe, aber ihre kräftige Natur widerſtand dieſer Schwäche; es ſchien, als ſei ſie auf das Höchſte beſtürzt, das tief im Herzen verſchloſſene Geheimniß verrathen zu ſehen, und Franz, der ſelbſt der Eröffnung ihres Vaters keinen rechten Glauben geſchenkt hatte, da er Wilm zu gut zu kennen meinte, fühlte ſich von ihrer augenſcheinlichen Beſtürzung zu dem Glauben bewo⸗ gen, der alte Theißen habe doch ſchärfere Augen als er ſelbſt gehabt; ſein Zorn war daher auf das Höchſte geſtie⸗

gen, als er mit zitternder Stimme ſagte:

Ich kenne Euren ſaubern Liebhaber, Marie, ein Zu⸗ fall hat mich dieſe Entdeckung machen laſſen, aber mögt Ihr und er ſich vor mir hüten, denn mein Rachefühl kennt keine Grenzen.

Es war ein Glück für das Mädchen, das in dieſem Augenblicke ihr Vater aus dem Hanſe zurück kehrte und daß er ihre und Franzen's Aufregung nicht bemerkte. Letz⸗ terer hatte ſich zuerſt geſaßt und ſein Geſicht war wieder kalt und ruhig, Marie aber er erhob ſich ſchnell und eilte

zur Mutter, ſie in ihrer wirthſchaftlichen Pflicht zu unte ſtützen. Warum klagte ſie der alten Frau, die ganz a ihrer Seite gegen Franz und den Vater war, nicht des erſteren unverſchämte Worte und Drohung? Sie mußte wohl einen beſondern Grund dazu haben, denn ſie ſchwieg,