Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

26

Die beiden Frauen, die eine Gewaltthat, wie man ſie vorhatte, nicht ahnten, ſetzten ihr Geſpräch ruhig fort, bis der Förſter, auf Franzen's Arm geſtützt, zu ihnen vor das Haus trat. Sein Geſicht war heiterer, als gewöhnlich, denn er freute ſich des ſchönen Planes, den er entworfen hatte und deſſen Ausführung ihm Genugthuung an Martha geben ſollte, die er beargwöhnte, ihn in Betreff Marie's und Wilm's zu täuſchen. Die heitere Laune des Vaters Theißen beruhigte auch die Frauen und ſie freuten ſich ihrer, daher wurde die gemeinſame Unterhaltung, nachdem die einfache Abendmahlzeit aufgetragen worden, ungeſtört fortgeſetzt und die alte Martha vergaß beinahe ihren Un⸗ muth gegen Franz, der ſich dieſen Abend auch aufgeräum⸗ ter und geſprächiger als ſonſt zeigte und viel von den gro⸗ ßen Reiſen erzählte, die er mit dem jungen Grafen gemacht hatte. Selbſt Marie war eine aufmerkſame Zuhörerin ſeiner Wonte und ihre Blicke leuchteten in ſo lebhaftem In⸗ tereſſe daran, daß Franz, der es bemerkte, ſich geſchmeichelt fühlte, denn er zweifelte nicht, ſie feſſele die Art ſeines

Dortrags.

Vergeblich ſuchte Franz heute wieder eine Gelegenheit, nit dem jungen Mädchen allein zu ſein, um zu ihr von

ſeiner Liebe ſprechen zu können, denn die Mutter wußte

dies ſtets zu verhindern; wenn er nun auch ſicher die Aus⸗ ſicht vor ſich hatte, die Hand Marien's zu erlangen, ſo