25
Förſters war, unter irgend einem Vorwande eine Geſell⸗ ſchaft ſeiner Genoſſen und der bekannten Beſitzer aus Breitenſee mit ihren Familien zu ſich einzuladen und dann beim fröhlichen Mahle ohne weitere Unterhandlungen mit ſeiner Frau und Tochter, der letzteren Verlobung mit Franz bekannt zu machen; er rechnete ſicher darauf, daß dies das beſte Mittel ſei, der fatalen Ungewißheit ein Ende zu machen. Franz war vollkommen mit ihm einverſtanden und verſprach, das Geheimniß zu bewahren.
Inzwiſchen hatten auch Martha und ihre Tochter die laute zornige Stimme des Vaters in der Stube vernom⸗ men und ſich gegenſeitig darauf aufmerkſam gemacht; man konnte in der Laube kein Wort deutlich verſtehen, da die Fenſter des Zimmers, in dem ſich der Alte und Franz befanden, nach der Giebelſeite des Hauſes hinauslagen.
„Gehe doch einmal hin und horche, was der Alte da wieder zu poltern hat,“ ſagte Frau Martha neugierig zu ihrer Tochter;—„ſicherlich geht's wieder über Dich her.“
„Mutter, iſt es auch wohl recht, zu horchen?“ fragte as Mädchen ängſtlich, denn ihr richtiges Gefühl ſträubte ſich gegen die Verlockung der Neugier. 3
„Das iſt wahr, Marie,“ meinte die Alte mit eini Beſchämung;—„der Horcher an der Wand hört 3 eig'ne Schand'. Laß ſie ſprechen, wovon ſie wollen, der Franz
führt Dich doch nie heim.“


