Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

¹

1 Vervollſtändigt wurde jetzt die kleine Familie durch Wilhelm Nordmann, kurzweg im Hauſe Wilm genannt, den zwanzigjährigen Sohn des erſten Kammerdieners des alten Grafen, den letzterer beim Tode des Vaters, ſeiner Neigung zur Erlernung der Jägerei gemäß, dem alten Theißen in die Lehre gegeben hatte und deſſen Eifer und Thätigkeit dieſer auch in ſeinen vorurtheilsfreien Augen⸗ blicken wohl anzuerkennen und zu loben wußte. Wilm war ein hübſcher, wohlgewachſener Jüngling von aufgewecktem 4 Verſtande, heiterem Gemüth und bravem Herzen; er beſaß natürliche Anlagen zu einer eleganteren Tournüre, als man ſie wohl in ſeinem Stande erwarten konnte, und die 1 von ſeinem Vater erhaltene Erziehung, der im gräflichen Schloſſe lange Zeit gelebt hatte, hatte dieſe ausgebildet. Vater Moritz konnte darum wohl den Gedanken faſſen,

daß Marien's Augen ſo viele liebenswürdige Vorzüge nicht

ganz unbeachtet entgehen würden und daß das freundſchaft⸗ liche Verhältniß, welches das von der Außenwelt abgeſchloſ⸗

ſeene Leben der beiden jungen Leute in ihrem täglichen nahen jung g

Zuſammenſein hatte herbeiführen müſſen, leicht einem tie⸗

feren, innigeren Gefühle Platz machen könnte. Das wünſchte aber der Alte um keinen Preis, denn er hatte 4 3 andere Abſichten mit Marie im Sinn, und, wie er es

hon vorher gegen ſeine Frau erwähnt hatte, war in ſeinen

gen Wilm's Vermögensloſigkeit ein unüberſteigbares