erwarte er eine beifällige Aeußerung Theißen’s übe;
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Hinderniß, um die Hand der Tochter zu werben; er war auch feſt entſchloſſen, in keinem Falle ſeine Einwilligung zu einem ſolchen Vorhaben zu geben, und wie er nie einen Widerſpruch von ihm Untergebenen litt, war er der An⸗ ſicht, daß die Herzenswünſche des jungen Mädchens ſeinen berechnenden Verſtandesgründen nachſtehen müßten.
In ſeine Gedanken verſunken, bemerkte der alte Thei⸗ ßen nicht den jungen blondgelockten Jägersmann, der, ein fröhliches Lied vor ſich hin ſummend, auf dem ſchmalen zum Forſthauſe führenden W Laldwege langſam heranſchritt; er hatte die Büchsflinte über die Schulter geworfen, und die gefüllte Jagdtaſche, ſo wie das fröhliche Geſicht, ſchie⸗ nen zu bekunden, daß er von dem Erfolge ſeines heutigen Streifzuges zufriedengeſtellt ſei. Erſt als die Hunde an⸗ ſchlagend aufſprangen und freundlich wedelnd dem jungen Manne entgegeneilten, ihn mit begrüßenden Liebkoſungen umgebend, blickte der Alte auf, aber ſeine Miene verfin⸗ ſterte ſich noch ein wenig mehr, und er erwiderte den herz⸗ lichen„Guten Abend, Vater Theißen!“ den Jener ihm bot, nur mit einem gleichgültigen Kopfnicken.
Der unfreundliche Empfang ſchien Wilm Nordmann nicht beſonders zu kümmern; er war ihn wohl ſchon ge⸗
wöhnt und kannte die Launen ſeines Meiſters. Dii einem
ſorgloſen Blicke klopfte er auf die gefüllte Jagdtaſche,


