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hältniſſe— noch nie hatte er dies ſo rückhaltslos gethan, — wie er ganz allein und hoffnungslos in der Welt da⸗ ſtände, wie ihm nun Nichts übrig bliebe, als wieder in die Fremde hinauszuziehen, wenn— ſich ihm nicht eine Zukunft eröffnete, die jetzt in ihrer eigenen Beſtimmung liege; er bot ihr nun endlich Herz und Hand an und bat ſie dringend, ſich nicht durch Vorurtheile von einer ſolchen Verbindung abſchrecken zu laſſen, die er in reiflicher Ueberlegung vollſtändig überwunden hätte,— nur das Herz dürfte hier entſcheiden. Es war von keinem Opfer die Rede, das er ihr zu bringen gedenke, im Gegentheile ſchien er eher in ihrem zuſtimmenden Entſchluſſe ein ſolches zu erwarten.
Welche geheime Wünſche Eva auch gehegt haben mochte, auf einen ſolchen Antrag war ſie jedenfalls nicht vorbe⸗ reitet geweſen und hatte ihn wohl für ganz unmöglich ge⸗ halten. Lange blieb ſie ſprachlos, und große Thränen rannen über ihre blaſſen Wangen, aber ſie entzog nicht ihre Hand der Victors, der ſie feſt in die ſeinige geſchloſſen hatte. Das Paar war immerhin nicht ganz unbeobachtet und mußte deshalb dem Ausbruche ſeiner wärmſten Em⸗ pfindungen Zwang anlegen.
„Welcher Ueberzeugung bedarf es noch, wenn nicht
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