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ßeren Verhältniſſe anbetraf, und ſeitdem dachte Graf Horneck nicht mehr daran, Hamburg wieder ſchleunigſt zu verlaſſen; dagegen fand er ſich täglich mehrmals in der Conditorei ein und begleitete regelmäßig Abends Eva Schwarze nach Hauſe, wie er ſie Morgens von dort wieder abholte.
Daß dieſes Intereſſe, welches von einem Manne er⸗ wieſen wurde, dem ſie ohnehin ſchon ſehr geneigt war, zu⸗ mal in einer Zeit, wo ſie ſich von aller Welt zurückgeſetzt und verlaſſen fand, Eva's Gefühle für ihn ſteigern mußte, dürfte ſich wohl von ſelbſt verſtehen; dieſelben blieben ihr aber immer noch vollſtändig hoffnungslos, und oft wünſchte ſie beinahe, der Graf möge ſeine Reiſe, von der er häufig ſprach, bald antreten, war es ihr auch, als müſſe damit der letzte Stern ihres Lebens erlöſchen.
Was beabſichtigte nun aber Victor mit dieſen theil⸗ nahmvollen Aufmerkſamkeiten für das junge Mädchen?— mußte er jetzt nicht noch mehr wie früher fürchten, daß dieſelben unerfüllbare Hoffnungen in ihr erwecken könnten, oder gab er gar der Verführung einer unedlen Leiden⸗ ſchaft nach?
Gleich in der erſten Stunde ihres Wiederſehens waren ihm Empfindungen und Gedanken gekommen, denen er ſich immer rückſichtsloſer überließ, als er erfuhr, in welch'


