Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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eine wahrheitsgetreue Aufklärung geben, aber der Erb⸗ herzog unterbrach ihn ſchon bei den erſten Worten:

Ich kenne dieſes hochromantiſche Abenteuer ſchon, aber ich kann Sie verſichern, daß es garnicht nach meinem Ge⸗ ſchmacke iſt; was Sie anbetrifft, Graf Horneck, ſo würde ich Sie, einen noch ſo jungen Offizier, lieber bei dem praktiſchen Dienſte bei Ihrem Regimente ſehen, wie als Krankenwärter in einer ſchmutzigen Köhlerhütte; Sie ver⸗ geuden damit Ihre Zeit und thun Ihrer Carrière, in meinen Augen, Schaden.

Victor war wie vom Donner gerührt über dieſe alles Maß und alle Befugniſſe des Erbprinzen überſteigende

Aeußerungen, die zweifellos die Abſicht einer ſchweren Be⸗

leidigung in ſich ſchloſſen; wie ſein Blut auch im Zorn aufwallte, faßte er ſich doch ſchnell und antwortete:

Hoheit, der Herr Herzog hat allein zu entſcheiden, wie ich die mir von ihm gnädigſt verliehene Stellung aus⸗ fülle; jede andere Beurtheilung meines Thuns und Laſſens muß ich auf das Entſchiedenſte zurückweiſen.

Sie wagen es, in dieſem Tone Ihrem zukünftigen Herrn zu antworten? fuhr der Prinz auf, der vor ſeinem Ritte nicht verſäumt hatte, ſich in eine ſehr aufgeregte Stimmung zu verſetzen, und ſeine Augen ſprühten Funken,