Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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wurde, daß der Lieutenant ſich ihm gegenüber zuviel her⸗ ausgenommen haben möge, ſo mußte dieſe Abneigung ſchnell in entſchiedenen Widerwillen und Haß übergehen; konnte er auch nicht eiferſüchtig auf ſeine Frau werden, ſo ärgerte es ihn doch ſchon längſt, daß ihre Anſichten nicht mit den ſeinigen übereinſtimmten, auch in Bezug auf den Grafen Horneck, und es war ihm nun eigentlich willkommen, daß er einen Grund fand, ſie zur Rede zu ſtellen und ſeine Neigungen gewaltſam vor den ihrigen geltend zu machen. Ohne weitere Ueberlegung war er entſchloſſen, jede weitere Verbindung zwiſchen ihr und dem Lieutenant, wie unſchuldig dieſelbe auch ſein mochte, abzuſchneiden, und da es ihm auf die Wahl der Mittel nicht ankam, gedachte er wenig⸗ ſtens den Eiferſüchtigen zu ſpielen, jedenfalls eine ganz neue Situation ihr gegenüber, die auch Abwechſelung in die Langeweile bringen mußte, der er ſich gerade aus⸗ geſetzt fühlte.

Indeſſen wollte er auch nicht einmal dem Rittmeiſter von Plöhn gegenüber ſeinen Mißmuth und dieſen Ent⸗ ſchluß, den er vor ſich ſelbſt nicht rechtfertigen konnte, ver⸗ rathen, lachte deshalb gezwungen zu dem ſogenannten Abenteuer und lenkte das Geſpräch in eine andere Bahn; bevor er aber ſeinen Adjutanten verabſchiedete, ſagte er