Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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Nun? fragte er geſpannt.

Der Rittmeiſter erzählte ruhig die Begebenheit des vergangenen Abends, aber er hob dabei mehr die all⸗ gemeine Unruhe und Verwunderung hervor als die ganz befriedigende Auflöſung; beſonders betonte er ganz eigen⸗

thümlich ein paarmal den Namen des Grafen Horneck.

Der Mann war kein ſchlauer Intriguant im eigentlichen Sinne des Wortes, er ſtellte ſich vielleicht gar nicht richtig die Folgen ſeiner jetzigen Handlungsweiſe vor, die haupt⸗ ſächlich nur bezweckte, Victor aus dem Sattel zu heben, deſſen, ſeiner Meinung nach, ganz ungerechtfertigte Bevor⸗ zugung ihn verdroß; aber gerade ſeine derbe Offenheit ließ ihn als einen vorurtheilsloſen Beobachter und Beurtheiler erſcheinen.

Hatte der Erbherzog ſchon ſeit jenem Abende, als er durch ſeine Taktloſigkeit den Pagen verletzte und zu einem nicht ganz ehrerbietigen Benehmen veranlaßte, eine ent⸗ ſchiedene Abneigung gegen denſelben gefaßt und dieſe bei ſeinem keineswegs edlen Charakter bewahrt, ſo war die⸗ ſelbe noch dadurch genährt worden, daß Victor ſich ſeitdem nie um ſeine Gunſt zu bewerben ſchien und dennoch bei ſeinen Eltern und bei ſeiner Gemahlin Bevorzugung fand. Wenn nun gar noch der leiſeſte Verdacht in ihm angeregt