Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

252

Bericht darüber erſtattete; es lag darin etwas Hämiſches, ſtreng Tadelndes, noch mehr in ſeinen Blicken, als Worten, daß die hohen Herrſchaften, ſowie die ganze Schloßbewoh⸗ nerſchaft ſich den ſchlimmſten Beſorgniſſen hingegeben hätten. Die Prinzeſſin wurde dadurch verſtimmt, ſie befand ſich andererſeits auch noch unter dem lebhaften Eindrucke, den

das Elend der armen Leute auf ſie gemacht hatte, als daß

ſie Veranlaſſung genommen haben ſollte, dem Rittmeiſter einige freundliche Worte zu ſagen, und es traten ihr nur die wenigen auf die Lippen:

Was konnte mir denn zuſtoßen, da ſich Graf Horneck an meiner Seite befand?

Der Rittmeiſter antwortete Nichts darauf, warf aber einen ebenſo mißgünſtigen, wie ironiſchen Seitenblick, den die Dunkelheit nicht recht erkennen ließ, auf ſeinen jungen Kameraden.

Es ergab ſich, daß der abgeſandte Diener auf dem Schloſſe eingetroffen war, aber er hatte ſich direkt an den Leibarzt gewandt, ohne weitere Mittheilungen zu machen, und Dr. Braune ſich dann ſofort mit ihm auf den Weg nach der Köhlerhütte begeben, die ſie anfänglich, wie ſchon geſagt, verfehlten. Niemand im Schloſſe kannte Ziel und Zweck ſeines eiligen Aufbruches, der auch garnicht beachtet