Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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Die Situation wurde immer peinlicher, denn die Sonne war ſchon untergegangen und das abendliche Dunkel legte ſich über den Wald und die armſelige Köhlerhütte, in der es ſogar an einem Lichte mangelte. Der Doctor und der ab⸗ geſchickte Diener kamen nicht, und die Vermuthung, die ſich nachher auch beſtätigen ſollte, lag ſehr nahe, daß der Letztere den Weg verfehlt hatte. Unmöglich konnte man hier noch länger verweilen, und in ſpäter Nachtſtunde zu Zweien nach dem Schloſſe zurückkehren welchen Stoff für die Mediſance würde dies gegeben haben!

Uebrigens begann der Himmel ſich mit Regenwolken zu überdecken, und ein ziemlich ſcharfer, kühler Wind hatte ſich erhoben. Die Erbherzogin war ſehr unruhig geworden, Victor hielt es für Pflicht, ſie wiederholentlich an die Rück⸗ kehr zu erinnern. Endlich mußte ſie ſich wohl dazu ent⸗ ſchließen; ſie ſchrieb auf ein Stückchen Papier, das der Lieutenant aus ſeinem Taſchenbuche riß, einige Zeilen, welche das Erſuchen an den Arzt, der doch endlich einmal ein⸗ treffen mußte, enthielten, dem Kranken die ſorgfältigſte Hülfe zu leiſten, gab dem kleinen Mädchen eine kleine Geld⸗ ſumme, um anderen Tages etwaige nothwendige Bedürf⸗ niſſe anzuſchaffen, und verſprach, ſehr bald in Perſon wieder⸗

zukommen. Das Kind ſchien dadurch nicht ganz befriedigt