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innigſter Dankbarkeit anblickte und kein Wort mehr zu finden wußte. In ſeiner Verlegenheit zog er es vor, ſich zu ſtellen, als ob er wirklich des Schlafes bedürfte, obgleich die innerliche Erregung ihn gewiß nicht dazu kommen ließ.
Die Prinzeſſin ſtand auf, ſetzte ſich an das kleine Fenſter und winkte das Mädchen zu ſich heran, dem ſie bald wieder die frühere Unbefangenheit einzuflößen wußte.
So fand ſie Victor wieder, als er in die Hütte zu⸗ rückkehrte. Sie winkte ihm, neben ihr Platz zu nehmen, und ſprach flüſternd mit ihm davon, was ſich zunächſt für die armen Leute thun laſſen würde, wobei ſie eine auf⸗ richtige Theilnahme fand. Bald konnte er indeſſen doch nicht unterlaſſen, ſie darauf aufmerkſam zu machen, daß die Sonne dem Untergange nahe war und daß die Rück⸗ kehr durch den Wald zu ſpäter Stunde nicht allein ihr Bedenkliches habe, ſondern die Geſellſchaft auf dem Schloſſe dadurch auch beunruhigt und in Verwunderung geſetzt werden möge.
Das mußte auch ihr einleuchten, aber was ließ ſich Anderes thun, als die Hülfe aus dem Schloſſe abzuwarten? — ſie und Victor begriffen wohl, daß die armen Leute
anderer Hülfe bedurften, als durch baares Geld, das ſie
ihnen zurückgelaſſen hätten.


