248
Die Erbherzogin hatte wohl nicht daran gedacht, als ſie dem Grafen Horneck ihre Weiſung ertheilte, daß der Köhler über ihre Perſönlichkeit einigermaßen in das Klare kommen und dadurch noch mehr betroffen werden müßte. Der Mann ſah ſie auch wie im halben Traume an und ſtammelte erſt nach einer ganzen Weile:
„Ein Herr Graf?— und unſer allergnädigſter Landes⸗ herr?— O mein Gott, da ſind Sie gar vom Hofe?“
Dieſe Worte machten auch das Kind ſchüchtern, das ſich langſam zurückzuziehen verſuchte.
„Nun ja,“ meinte Prinzeß Anna mit mildem Lächeln,— „was thut das? Deſto beſſer werde ich für Euch ſorgen können, und Ihr könnt Euch nun auch darauf verlaſſen, daß Ihr fernerhin keine Noth mehr leiden werdet.“
„Aber ich bin ein ſo geringer, ſchlichter Mann!“— wandte der Köhler ein, ſie mit offenbarer Angſt betrachtend.
„Sind wir nicht Alle vor Gott gleich?— Aber laßt daß jetzt! Ihr ſolltet, da Ihr ſo matt ſeid, zu ſchlafen verſuchen, bis wir Euch bequemer betten können, was nicht lange auf ſich warten laſſen wird.“
Und die Erbherzogin legte ſelbſt Hand an, das harte Strohkiſſen dem Manne bequemer zu legen, der ſie mit einem Ausdrucke von höchſter Verwunderung und doch
——
—


