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und er lag jetzt, faſt vollſtändig gelähmt, mit eingefallenen, todesblaſſen Wangen und matten Augen da; die frohe Kunde, die ihm ſeine Tochter bringen wollte, nahm er nur mit ſichtlichem Unglauben und hoffnungsloſer Ver⸗ zweiflung auf; er hatte es auch nie erlebt, daß ihm fremde Menſchen Theilnahme erwieſen..
Seine Augen wurden indeſſen größer und ausdrucks⸗ voller, als ſie die vornehme ſchöne Dame und den elegant gekleideten Herrn eintreten ſahen, doch hüllte er ſich feſter in die zerriſſene wollene Decke, als ob er begriffe, daß der Anblick ſeines Elendes ſie nur unangenehm und empfind⸗ lich berühren könnte. Die Erbherzogin hatte er noch nie geſehen und dachte gewiß am allerwenigſten daran, daß ſie an ſein Schmerzenslager treten würde.
Prinzeß Anna waren die Thränen in die Augen ge⸗ kommen; der Entſchluß, hier durchgreifend zu helfen, ſtand ſchon längſt in ihr feſt, ſelbſt wenn dies weniger erforder⸗ lich geweſen wäre; hier lag aber die äußerſte Nothwen⸗ digkeit ſo klar vor Augen, daß es ſie nur drängte, ſchnell alles Mögliche zu thun.
Das Mädchen, das ſie voll des hingebendſten Ver⸗ trauens anſah, beeilte ſich, ihr einen alten hölzernen Schemel herbeizuholen und denſelben neben das Lager des Vaters


