Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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Gewiß, theure Mama! erwiderte der junge Cadet mit leuchtenden Augen,mein Herz und meine Gedanken werden 1

immer nur bei meinem Berufe, bei Dir und Julien ſein; um Euch ganz anzugehören, werde ich nie andere Ver⸗ pflichtungen eingehen; wen auf der Welt ſollte ich ſonſt wohl auch noch ſo recht von Herzen lieben wie Euch?

Die Gräfin zog ihren Sohn noch feſter an ſich und küßte ihn auf die Stirn; ſie ſeufzte, und ihre feuchten Augen ſchweiften wieder hinaus durch das Fenſter; die beiden jungen Leute fuhren indeſſen fort, das ſoeben ange⸗ ſchlagene Thema noch weiter auszuſpinnen, wobei die innigſte geſchwiſterliche und kindliche Liebe aus Allem hervorleuchtete; auf eine dahin bezügliche Aeußerung ſeiner Schweſter ver⸗ maß ſich Victor ſogar zu dem Gelübde, nie heirathen zu wollen. Das konnte in dem Munde eines ſo jungen Menſchen komiſch klingen, und man würde auch keinen weiteren Werth darauf legen dürfen; wir führen es nur an, weil ſich darin der feſte Vorſatz ausſprach, mit aller Selbſtverleugnung ſich den Seinigen zu erhalten, und Julie wenigſtens war damit ſehr zufrieden; Gräfin Mathilde hatte die weitere Unterhaltung vielleicht gänzlich überhört.

Zur gewiſſen Stunde mußte der Cadet in ſeiner neuen Dienſtwohnung ſein, und es würde ihm übel angeſtanden