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lich noch beſſer ſeine Faſſung zu bewahren, richtete ſich ſein geiſtiger Blick von der traurigen Gegenwart doch immer wieder in eine verheißungsvolle Zukunft, auch hatte er ſich ſchon einen Theil der männlichen Feſtigkeit und Würde zu eigen gemacht, die ſich vor Anderer Augen einem lauten Schmerzensausbruche zu überlaſſen ſcheut.
Immer wieder wurde davon geſprochen, daß es ſich ja nicht um eine allzulange Trennung handeln werde. Man befand ſich jetzt im Monat März,— es war das Jahr 1842,— mit Einbruch des Winters wollte die Gräfin mit ihrer Tochter wiederkehren; aber ein recht feſter Plan ſchien ihr dafür doch nicht vorzuliegen; es wäre auch nicht recht abzuſehen geweſen, weshalb ſie dann das Hötel ver⸗ äußert hatte, was ihre Vermögensverhältniſſe ja durchaus nicht nothwendig machten, welche Rolle ſie fernerhin in der Reſidenz zu ſpielen gedachte, nachdem die in den letzten drei Monaten ihr ſo wenig zugeſagt hatte. Dieſe Be⸗ denken drängten ſich wohl auch ihr ſelbſt auf; in den Ver⸗ heißungen, die ſie ihren Kindern machte, ließen ſich eine gewiſſe Unſicherheit und kleine Widerſprüche bemerken, und dies veranlaßte auch die kleine Julie, unter von Neuem reichlich ſtrömenden Thränen auszurufen:„O Mama, wir werden unſere liebe Heimath nie wiederſehen!“


