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entgegenzutreten, aber der Knabe wollte einmal die Carrière des Vaters machen, dem er eine beinahe ſchwärmeriſche kind⸗ liche Pietät zutrug, und auf großen Widerſtand ſtieß er dabei auch nichts ſeitens der Mutter. Es war ſehr ſchmerzlich, daß Beide auf dieſe Weiſe— wenigſtens vorläufig ge⸗
trennt werden ſollten, indeſſen änderte darüber keiner der
beiden Theile ſein Ziel. Bisher hatte der junge Graf Victor eine ſehr ſorg⸗
fältige wiſſenſchaftliche Bildung erhalten, theils auf dem
beſten Gymnaſium, noch mehr durch Hauslehrer; der vor⸗
theilhafte Einfluß, den dabei ein geordnetes Familienleben
gewährt, war ihm nicht abgegangen. Er war ein durch⸗ wegs braver, fleißiger und ſtrebſamer, auch gemüthvoller Junge, der gewiß zu den ſchönſten Hoffnungen berechtigte; aus dieſen Vorzügen konnte ſich nur ein edler, achtungs⸗ werther, vielleicht großer Charakter entwickeln. Durfte man es ihm als Fehler anrechnen, daß er ſich fühlte in ſeinem
Stande und Namen, in ſeinen Familientraditionen, daß er
vor Allem ein Cavalier und Offizier werden wollte, wie ſein Vater, voll der nobelſten Geſinnungen, ritterlich und großherzig, entſchiedener Feind alles Falſchen und alles Schachers, der egoiſtiſchen Zwecken dient?— Uebrigens war damals auch noch nicht die Zeit, in welcher der letztere ſo


