ſeines treuen Dieners fehlen, aber ſchließlich bekam das Gemälde, in dem ſie eine Hauptfigur abgegeben hatte, doch eine ganz andere Färbung, die ihr nicht gefallen konnte, und die Pflichten, die ihr die Wittwentrauer auferlegte, kamen dabei auch in das Spiel.
So kam es, daß ſich Gräſin Mathilde entſchloß, ihr ſchönes und großes Hötel in der Reſidenzſtadt zu verkaufen
und einſtweilen in der Fremde Zerſtreuung von ihrem ſchweren 8 g eren
Kummer zu ſuchen; die Landgüter ließ ſie veräußern, da ſie, laut teſtamentariſcher Beſtimmung, den Kindern gehörten.
Keine Frage, daß die Gräfin in mütterlicher Liebe ſehr an ihren Kindern hing; wie hätte ſie ſich freiwillig von ihnen trennen ſollen?— Aber der Herzog ſprach den be⸗ ſtimmten Wunſch aus, daß der Sohn in die Fußtapfen ſeines Vaters trete und ihm ein ebenſo treuer und tüchtiger Offizier werde, dem es nicht an ſeiner Gnade fehlen ſollte, und ſo mußte der junge Graf Victor der militäriſchen Er⸗ ziehungsanſtalt in der Reſidenz überwieſen werden; über die Tochter behielt die Mutter natürlich ganz freie Dispoſition und wollte ſie bei ſich behalten.
Sie trennte ſich auch nur ſehr ſchwer von dem Sohne; hätte Letzterer Neigung für einen andern Lebensberuf gezeigt, ſo wäre es auch gewiß möglich geweſen, dem Wunſche des Herzogs
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