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Die Emigranten : historische Novelle / von St. Graf Grabowski
Entstehung
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G

214 Madeleinen ſeines Verlöbniſſes erwähnt werden, was ſo⸗ wohl dieſe wie ihn ſelbſt auf das Peinlichſte hätte berühren müſſen. Indeſſen geſchah dies nicht, und bald führte die Vicomteſſe in wohlmeinender Abſicht für ihre Tochter die langerſehnte Gelegenheit herbei, daß dieſe mit Eugen allein ſprechen konnte, indem ſie Madeleine aufforderte, mit ihr das Zimmer zu verlaſſen.

Braut und Bräutigam befanden ſich allein, und eine Weile herrſchte ein beängſtigendes Schweigen zwiſchen ihnen— Françaiſe fühlte, daß der Moment gekommen ſei, der eine peinliche Erklärung herbeiführen würde, und ſie fürchtete dieſe ſelbſt mehr als ihre wahrſcheinliche Folge, die Löſung der Verlobung.

„Ich hatte mich geſehnt, mit Ihnen allein ſprechen zu können, Francaiſe,“ begann der Vicomte nach einer

Pauſe mit gerunzelter Stirn, und ſein Blick heftete ſich ſo

durchbohrend auf das Fräulein, daß dieſes erbleichend die Augen vor ihm niederſchlagen mußte.„Bei dem nahen Verhältniſſe, in dem wir noch immer zu einander ſtehen,

werden Sie mir geſtatten, von dem Rechte, ganz offen zu

Ihnen zu ſprechen, Gebrauch machen zu dürfen.“

Der Ton dieſer Anrede verletzte das Fräulein zu tief, als daß ſie ihn nicht durch eine herbe Antwort hätte rügen müſſen; in ihrem Stolze gedachte ſie nicht, dem nothwendi⸗ gen Verlaufe dieſer Unterredung durch übergroße Vorſicht