202
den Entſchluß, eine beiderſeitige offene Erklärung herbei⸗ zuführen, aber noch zur Ausführung bringen konnte, erſchien die ſchon lange aus der Kirche zurückerwartete Vicomteſſe.
Von ihr wurde Eugen anders empfangen als von ſeiner Braut; mit ſtrömenden Thränen der Rührung und des Entzückens begrüßt, mit der ängſtlichſten Zärtlichkeit über die kleinſten Umſtände ſeiner Abenteuer ausgefragt, fühlte er die Bitterkeit, die ſich um ſein Herz gelegt hatte, immer mehr ſchwinden und das alte Dankgefühl gegen die Familie Saint⸗Réal in voller Kraft wieder hervortreten; der Vicomteſſe gegenüber hielt er ſich nicht mehr für ſo unſchuldig als vorher, und ihr zu Liebe wollte er Fran⸗ caiſe verzeihen, vorausgeſetzt, daß dieſe ihn bereitwillig aller der Verpflichtungen enthöbe, die ſie ſelbſt ſo ernſtlich verletzt hatte. Auch der Vicomteſſe berichtete er nochmals ausführlich über ſeinen Aufenthalt in Rennes und beſtrebte ſich ängſtlich, ſie über Horaces Schickſal zu beruhigen, der, wie er beſtimmt verſicherte, in wenigen Tagen hier wohl⸗ behalten eintreffen müſſe. Jetzt erſt erwähnte er Made⸗ leinens und ihrer Betheiligung an der Rettung Horaces, wobei er ihr Verdienſt in das beſte Licht zu ſetzen bemüht war; abſichtlich verheimlichte er nicht ganz das Intereſſe, das er ſelbſt an der wiedergefundenen Jugendfreundin und aufopfernden Helferin ſeines Unternehmens genommen hatte, denn es galt, die Vicomteſſe und ihre Tochter auf


