194
einen Moment lang verdrießlich ausgeſehen, aber er ſagte ſich auch ſchnell, daß, wenn Francaiſe dieſen wirklich nur einigermaßen begünſtigte, ſie dann gewiß nicht dies ſo offen an den Tag legen würde. Lächelnd erwiederte er daher:
„Mademoiſelle haben dem Jünglinge eine Huld zu⸗ gedacht, um die ich ihn allen Ernſtes beneide und die ich ihm mit allen Kräften ſtreitig zu machen gedenke, wenn ich dies wagen dürfte.“
„Graf Hervilly, der berufen iſt, das Geſchick unſeres Vaterlandes zu lenken, kann unmöglich ſein Auge von dem erhabenen Zwecke auf eine ſo ruhmloſe und unbedeutende Sache richten als die Beſchützung zweier Damen, ſind die⸗ ſelben auch vollkommen von ſeiner ritterlichen 8e ſinnung überzeugt,“ meinte das Fräulein, zwiſchen Scherz und Ernſt ſchwankend.
„Er würde beide Pflichten, von deren Heiligkeit er durchdrungen iſt, glücklich zu erfüllen wiſſen,“ ſagte der Graf,—„und er würde es als eine entſchiedene Ungunſt der Dame, die eines Ritterdienſtes bedarf, betrachten, wenn ſie ihm die Erlaubniß zur Uebernahme dieſes Ehren⸗ dienſtes verſagte.“
„Wenn Sie nicht ſcherzen, Graf, ſo ſoll Ihr Wunſch gewährt ſein,“ erwiederte Francaiſe mit einem Erröthen, das den Beweis lieferte, ſie betrachte dieſe Unterhandlung nicht ganz als einen müſſigen Scherz.


