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Lager, von der Befürchtung gepeinigt, die günſtigſte Zeit, Eugen nochmals zu ſprechen, könne vorübergehen, wenn Mathieu, der gewöhnlich ziemlich lange der Ruhe pflegte, erſt aufgeſtanden wäre und dann Gelegenheit fände, ihr Thun und Treiben ſchärfer zu beobachten.
Eine große Veränderung war mit Madeleinen in dieſer Nacht vorgegangen; ſie war nicht mehr die ſchüch⸗ terne Jungfrau, die geſtern noch gezagt hatte, dem Gaſte unter die Augen zu treten, obgleich geheime Wünſche ſie zu ihm zogen, ſondern ſie hatte den ganzen Ernſt ihrer und ſeiner Lage aufgefaßt und ſich entſchloſſen, alle klein⸗ lichen Rückſichten bei Seite zu ſetzen, wo es die Erreichung eines großen Zieles, die Rettung Horaces, und die Ab⸗ tragung einer alten Schuld an die Familie Saint⸗Réal galt. Bis dahin wollte Madeleine auch dem ſüßen Her⸗ zensgeheimniſſe, das ſich ihr in dieſer Nacht zu erſchließen begonnen hatte, keine Stimme einräumen und erſt die Ueberzeugung zu gewinnen ſuchen, ob Eugen der Hinge⸗ bung werth geblieben ſei, die ſie ihm bewahrt, und ob ſie es wagen dürfe, Hoffnungen Raum zu geben, deren Er⸗ füllung ſie ebenſo beſeligen, als ihre Täuſchung ſie elend machen und vernichten konnte.
Mit ſolchen Vorſätzen näherte das junge Mädchen ſich leiſe der Thür des Zimmers, in dem der Vicomte wohnte, um zu lauſchen, ob er ſich bereits erhoben habe.
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