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Die Emigranten : historische Novelle / von St. Graf Grabowski
Entstehung
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ſchieden entgegen, und die Vicomteſſe felbſt überlegte, daß ſie durch ihre Briefe das junge Mädchen einer bedenklichen Gefahr ausſetzte. Erſt die Zeit und die mächtige Gewohn⸗ heit vermochten Madeleinens Schmerz zu lindern; tobte derſelbe auch nicht mehr in der erſten Heftigkeit, ſo wiſſen wir doch, daß ſie ihren alten Freunden eine unauslöſch⸗ liche Anhänglichkeit und ihrer Vergangenheit eine weh⸗ müthige, ſehnſuchtsvolle Erinnerung bewahrt hatte.

Jetzt war das junge Mädchen auf einmal wieder mit aller Lebendigkeit in jene Zeit zurückverſetzt worden,— noch mehr, ſie hatte Den wiedergeſehen, an dem ihr Herz damals am meiſten gehangen und dem ſie die kaum be⸗ wußte erſte Neigung dieſes Herzens zugetragen hatte. Sie war damals noch zu jung geweſen, um mit allem Feuer der Leidenſchaft zu lieben, und die Trennung von Eugen hatte dieſe Empfindung nie zur vollen Reife kommen laſ⸗ ſen; jetzt fühlte ſie anders, bewußter, und Eugen ſtand wieder vor ihr, aber die entſcheidende Frage war noch nicht beantwortet, ob er noch derſelbe ſei, gerade für ſie wenigſtens derſelbe. War es zu verwundern, daß Made⸗ leine unter ſolchen Betrachtungen, zu denen noch die Sorge um Eugens und Horaces Sicherheit kam, den Schlaf nicht finden konnte?—

Der Morgen erſt brachte ihr dieſen, und nach einem kurzen, halbwachen Träumen erhob ſie ſich ſchnell von ihrem

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