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Die Emigranten : historische Novelle / von St. Graf Grabowski
Entstehung
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entſetzlichſten Verwirrung und von der eingetroffenen Nach⸗ richt bis zum Tode krank, entſchloß ſich die Vicomteſſe, ihre Kinder wenigſtens zu retten und mit dieſen zu fliehen. Anfangs lag es in ihrer Abſicht, dem Flehen der in Thrä⸗ nen aufgelöſten Madeleine nachzugeben und ſie mit ſich zu nehmen, aber deren Onkel, der Bruder Pierres, rekla⸗ mirte ihre Perſon, und man wagte nicht, einen Einſpruch dagegen zu thun. Madeleine riß ſich verzweifelnd aus den Armen Derer, die ihr ſo unendlich theuer geworden, und mußte Mathieu Bonnet nach Rennes folgen, wo die Lilien eben mit der Tricolore an ſeinem Hauſe ſich um den Vor⸗ rang ſtritten. Die Vicomteſſe mit ihren Kindern und Eugen Salvandy erreichte glücklich London; ihre, ſo wie die Salvandyſchen Güter wurden confiscirt und Staats⸗ eigenthum. Einige Monate ſpäter legten die beiden alten Edelleute ihre greiſen Häupter zu Paris unter das Beil der Gulllotine.

Madeleine hatte einen ſchweren Kampf gekämpft, ſeitdem ſie das Haus ihres Onkels betreten, der ſich zwar nicht grauſam gegen ſie benahm, aber ihrer ganzen Lebens⸗ weiſe doch eine ſo vollſtändig von der früheren abweichende Richtung gab, daß ſie ſich auch ohne das Intereſſe an dem Schickſale ihrer Freunde unglücklich gefühlt haben müßte; es blieb ihr nicht einmal der Troſt, ſpäter mit denſelben

in Verbindung zu bleiben, denn dem war Mathieu ent⸗ .1859. VIII. Die Emigranten. 4