und feſter, dabei gewandter Haltung; ſein ganzes Auftreten hätte in ihm beinahe einen höhern Stand vorausſetzen laſ⸗ ſen, als man ſeiner Kleidung nach ſchließen konnte. Dieſe beſtand in einem ſchon etwas abgetragenen bürgerlichen Anzuge, hohen, ſchweren Waſſerſtiefeln und einem niedrigen dreieckigen Filzhute, den eine überaus große dreifarbige Kokarde zierte; in der Hand trug er einen kleinen ledernen Reiſeſack.— Sein Geſicht war nicht allein anſprechend, ſondern ſogar ſehr ſchön zu nennen; von ganz ariſtokratiſchem Schritte, wie ſich ſpäter Mathieu Bonnet gegen ſeine Nichte ausdrückte, zeigte es viel Männlichkeit, die durch die bräunliche Färbung noch hervorgehoben wurde, Geiſt und
Freimüthigkeit; beſonders ſchön waren die brennenden,
dunkeln Augen zu nennen, die ſchnell und ſo flüchtig in dem Gaſtzimmer umherſtreiften, daß ihnen die etwas in den Schatten zurückgetretene Madeleine vollſtändig ent⸗ ging. Der Fremde warf Reiſeſack und Hut ungenirt auf eine der Bänke, zog den Oberrock ab, der ein ähnliches Unterkleid enthüllte, und ſtrich ſich mit der weißen, wohl⸗ geformten Hand durch die naſſen braunen Locken, die in reichlicher Fülle ſein Haupt bedeckten; dann forderte er kurz und ziemlich gebieteriſch eine Kanne guten Wein.
. Der jetzt ganz veränderte Wirth, deſſen Geſicht von freundlicher Zuvorkommenheit ſtrahlte und der ſeinen ſchwer⸗
fälligen Körper äußerſt gewandt zu bewegen wußte, war


